St. Peter die Kirche von Schönbrunn

 

Die ursprüngliche St. Peterkirche war eine Chorturmkirche der Herren von Hertenberg, die von ca. 1200 bis 1344  Herren der Burg Schönbrunn waren. Die älteste Glocke im Turm stammt aus dem Jahr 1457. Aus dem Jahr 1609 stammt die Mittagsglocke.

 

 Blick auf die Kirche vom Röslautal

 

Die mittelalterlichen Malereien

 

1956 wurden bei einer großen Renovierung die Süd- und obere Nordempore herausgerissen.

Alte Kirche um 1950

Renovierter Innenraum 2006

 

Bei der Renovierung des Tonnengewölbes, das mit einem Sternenhimmel bemalt war, kamen Malereien um 1500 zum Vorschein. Eine besondere Rarität ist u.a. das Apostelfries auf der Ost-, Süd und Nordwand in etwa 2 m Höhe.  Auf dem Bild sind von links nach rechts "Jünger mit Symbolen" zu erkennen, die auf ihre jeweilige Todesart hinweisen.  "Matthäus" mit einem Beil in der Hand, "Philippus" trägt in der linken Hand ein Kreuz (links halb vom Altar verdeckt), "Jacobus minor" (der jüngere) mit einer Lanze (die Lanze ist rechts vom Altar sichtbar), "Judas Thaddäus" mit einer Keule, "Jakobus" (der ältere) mit beiden Händen am Schwertknauf und "Simon" mit der Säge.

 

Apostelfries

 

Die Gemälde des Tonnengewölbes zeigen u.a. Christus als Lamm Gottes und die Symbole der vier Evangelisten.

 

Markus als Symbol  des Löwen Christus als Lamm Gottes mit Heiligenschein und österlicher Siegesfahne als Mittelpunkt des Kosmos, welcher durch den Sternenhimmel  dargestellt wird

Umbauten und Ausstattung

 

1616 wurde ein Kirchturm- und Erweiterungsbau durch Vaith Liphart durchgeführt.

 

Der Egerer Bildhauer Stefan Reuter schnitzte 1618 die neue Kanzel. Die Seiten sind mit Intarsien versehen. Die Felder zeigen Christus mit segnend erhobenen Rechten, Maria mit dem Jesuskind, den Evangelisten Petrus und Dr. Martin Luther.

 

Intarsien des Evangelisten Petrus

 

Der Magister und Hammermeister Andreas Rau stiftete 1631 den Taufstein. Der Taufstein, der lange Zeit unbeachtet im Pfarrhof gestanden hatte, wurde erst 1956 in die Kirche zurückgebracht

Taufstein

 

Durch den Bildhauer Johann Georg Schlehdorn aus Kulmbach wurde 1670/71 der neue Altar geschaffen und von Johann Friedrich Pipping bemalt.

 

Altar

 

1709 wurde eine neue Erweiterung an der Westseite der Kirch durchgeführt, das oberste Stockwerk des Glockenturms mit rundbogigen Schallöffnungen und die Kirchenempore durch den Besitzer des Rittergutes Fahrenbach erbaut.

 

Durch den Maler Johann Jacob Radius wurde 1716/17 die Flachdecke mit Fischgrätenmuster und die Emporenfüllungen bemalt.

 

Die Orgelbauer Eberhard Friedrich und Georg Christian Heidenreich (Silbermann- Schüler), bauten 1827 die Orgel mit 11 Registern. Die Orgel wurde 2002/03 vollständig renoviert und stellt ein Kleinod unter den Kirchenorgeln Oberfrankens dar.

 

Heidenreich – Orgel, Bemalungen an der Decke und Emporenfüllungen

 

 

Friedhof und Pfarrhof

 

Am 15. Mai 1700 erließ der Markgraf Christian Ernst einen Erlass zur Erweiterung des Friedhofes. Durch das Tor erricht man den durch eine Mauer aus der Barockzeit eingefassten Friedhof

 

Barocke Mauer mit Friedhofstor

 

Die ehemalige Gruft der Hammerfamilie Schreider aus Tröstau dient seit 1970 als Aussegnungshalle.

 

    

Friedhof vor und nach der Renovierung

 

 

Die „Müllersche Gruft“,  die heute noch in allen Details vollständig erhalten ist, wurde 1786 vom Leupoldsdorfer Hammerherrn Christoph Heinrich (von) Müller erbaut. In der Gruftkapelle befinden sich zwei Rokoko Grabsteine, die älter als die Gruft sind.

 

Müllersche Gruft

 

An der Kirche und in der Friedhofsmauer sind einige alte Grabplatten angebracht. Am Chorraum befinden sich drei Grabsteine aus Marmor unter einem Schutzdach.  Links der Stein der Margatete Schreyer, eheliche Hausfrau, gestorben am 21.12.1659. In der Mitte befindet sich der Grabstein des Hammerherrn Peter Schreyer. Dieser ist am 3. Dezember 1598 geboren und 83 Jahre alt 1672 gestorben. Der Stein zeigt ihn en face (den Betrachter anschauend) mit Bundhosen und Koller, über ihm die Wappen von Schreyer und der Hönicka. Der dritte Stein ist nicht sicher zu identifizieren, es könnte sich um den Hammerherrn Wolf Frank handeln.

 

Grabsteine am Chorraum

 

Eine genaue Beschreibung der Schönbrunner St. Peter Kirche ist im Buch „Schönbrunn im Fichtelgebirge – Geschichten und Bilder eines Dorfes“ auf 24 Seiten nachzulesen.