Historisches über Schönbrunn

 

Am 12. März 1300 überlassen Tuto von Schönbrunn und Heinrich von Hartenberg auf Schönbrunn dem Abt Theoderich und den Mönchen von Waldsassen einen Hof in "Prüglas" (Brücklas) vor dem Landrichter in Eger. Auf die Datumszeile dieser Urkunde gründet sich das Alter des Dorfes Schönbrunn. Um 1340 könnte die Schönbrunner Burg im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen zwischen Kaiser Ludwig von Bayern und dem Abt Franz des Klosters Waldsassen zerstört worden sein. Die Grabenanlagen sind heute noch auf der sog Bürg sichtbar. Im Jahr 1384 wird Schönbrunn zum Amt Wunsiedel geschlagen. 1400 wird die St. Peter Kirche das erste mal erwähnt, obwohl sie sicher älter ist.

Der älteste Teil der Schönbrunner St. Peterskirche ist der Chor mit seinen Malereien um 1500 mit einem vollständigen Apostelfries.

1412 verlassen die Hartenberger Schönbrunn. Der Ort wird verwaltungsmäßig dem Burggräflichen Amtmann in Hohenberg unterstellt. Bereits im Jahr 1439 hatte Schönbrunn "Bürgermeister und Rat" aufzuweisen. Dazu passt auch das "sigillum Judicii in Schonprunn", das seit 1484 durch Abdruck bekannt ist.

Die Meinung, das diese alte Gerichtsbarkeit in die zeit der Herren von Hertenberg zurückreicht, ist nicht von der Hand zu weisen. 1498 werden in Schönbrunn 22 Familien erwähnt, die auf 12 ganzen und auf 8 Halben Höfen lebten, sowie 4 Herbergen und 1 Mühle. Das Dorf dürfte damals ca. 120 Bewohner gehabt haben. Im Jahr1528 wurde in Schönbrunn die evangelische Lehre eingeführt. 1617 sind aus Schönbrunn folgende Namen überliefert: Hans Zeitler, Leinweber, Hans Stoll, Schuster, Veit Wolf, Wirt, Georg Meyer, Hilfsschmied und Georg Purucker, Unterknecht.
Nach dem  30 jährigen Krieg 1648 standen in Schönbrunn nur noch 5 bewohnte und 4 öde Höfe und Güter.

1677 standen in Schönbrunn wieder 16 ganze Höfe und Herbergshöfe mit 31 Familien. Die Sölden sind an Taglöhner oder Handwerker vergeben Nebenerwerbsbetriebe, die meisten auf der Fläche eines zerschlagenen Hofes errichtet waren. "Ein heuslein, dazu gehort weder felt noch wisen".es bildet wohl den Vorläufer der früher erwähnten "Trüpfhäuser", deren Recht unter dem vom Dach tropfenden Wasser endet. Es ist wird von einem Schmied, einem Bäcker, einem Hufschmied und einem Leinenweber in Schönbrunn berichtet.

1750 lässt die markgräfliche Regierung zu Bayreuth auf der Suche nach neuen Einnahmequellen sämtliche Hirt- und Ochsenwiesen vermessen und macht ihre Rechte darauf geltend. Die Schönbrunner Bauern kaufen 22 5/8 Tagwerk wofür sie 330 Guldenzahlen mussten. Dies war der erste Ansatz der Korporation.

1751 werden nochmals 168 Tagwerk Öd- und Weideland für 80 Gulden gekauft.

1780 wird die Straße von Schönbrunn gepflastert und "ist deshalb unten bei den Eingangs des Dorfs ein Schlagbaum und Weg- oder Chaussee- Zoll angelegt worden".
In der Beschreibung von Paulus Fischer von 1784 über Schönbrunn steht: "Der Ort selbst ist etwas weitläufig in drei Reihen Häusern angelegt, deren Anzahl mit dem Wirtshaus sich auf 44 Häuser und 36 Scheunen samt einigen Schupfen beläuft, darunter 2 Wirtshäuser und 1 Schulhaus. Welches letztere, samt der Kirche und dem Thurme oben auf dem Berge liegt. Die meisten Häuser sind mit Schindeln, die wenigen mit Ziegeln gedeckt.größtenteils nur einständig (einstöckig) und entweder aus Brocksteinen (Bruchsteinen) oder Bindwerk (Fachwerk) oder auch nur von Holz aufgebauet.Die Einwohner, die in diesem Jahr 322 gezählet werden nähren sich von Getraid- und Flachsanbau,

Bearbeitungen des Flachses, Familie Wesp Schönbrunn

Kraut, Erdäpfeln, Obst und Viehzucht, es sind sehr wenige Handwerker unter ihnen…. Sie sind der Arbeitsamkeit und Mäßigung ergeben, gehen in ordentlicher teutscher Tracht, Mannsbilder und Weibspersonen insgemein in braunes oder schwarzes Wunsiedeler Tuch gekleidet".

1785 schrieb der Metzgermeister Baumann, dass vor 5 ½ Jahren, sind Besitz, das obere Wirtshaus versteigert wurde. Dies hat der Schuhmachermeister Meyer gekauft. Nun hat der Meyer das Wirtshaus an den Metzger Rasp aus Oberröslau verkauft. Dies ist das erste mal, dass der Familienname Rasp in Schönbrunn auftaucht. Bei dem oberen Wirtshaus muss es sich um das damalige Wirtshaus "Zum Roten Ochsen " gehandelt haben.

In einer Beschreibung von 1787 heißt es. "Das Dorf besteht aus 16 frohnbaren Höfen, einem ganzen Hof und 30 halbe Höfen, 5 Söldengütlein, davon eine Gastwirtschaft Zum Weißen Roß. Ein Söldenhof mit Schenkstatt seit vielen Jahren und Braugerechtigkeit seit 1761. Die Söldengütlein sind schuldig, die herrschaftlichen Hunde zu führen. 2 Mühlen: Stollenmühle und Krohenhammer. 10 Trüpffhäuser, ein Hirthaus, 1 Schmiedegerechtigkeit. Die Schönbrunner müssen die Wiese zu Neudorf abmähen und zum Schloss Hohenberg fahren.

1792 übernimmt der Metzger Johann Friedrich Zeitler das obere Wirtshaus von seinem Schwiegervater Rasp. Das ist der "Rote Ochse", heute "Gasthof zur Burg". 1809 verheert ein Großbrand 4 Häuser und 4 Scheunen in Schönbrunn.

1810 wird die Schönbrunner Gerichtsbarkeit durch Erlass des Gemeindeedikts aufgehoben, Wunsiedel wurde bairisch. 1818 entsteht die Gemeinde Schönbrunn durch Zusammenlegung der Ortschaften Schönbrunn, Breitenbrunn, Furthammer und Krohenhammer.

1826 wurde Schönbrunn wieder eine selbstständige Kirchengemeinde. Das Schulhaus wurde zum Pfarrhaus. Die Schule mit der Wohnung des Kantors wurde an die NO- Seite des Pfarrhauses gebaut. 1827 zog der erste "definierte" Pfarrer in das renovierte Schul- und Pfarrhaus ein. 1828 zähle Schönbrunn 392 Personen in 68 Familien mit 52 Häusern und 35 Nebengebäuden.
Am 27. Oktober 1830 erschienen vor dem Königlichen Landrichter Erdmann Wächter 7 Schönbrunner und trugen vor, dass die Gemeinde Schönbrunn mit den umliegenden und eingepfarrten Ortschaften lebhaften Wunsch gefasst haben, es möge ein wohleingerichtetes Brauhaus allda erbaut werden.." Die Erlaubnis zur Braugerechtigkeit wurde 1831 erteilt.

1831 entwirft Pfarrer Cloeter die neue Brunnenanlage für das Dorf, wie sie noch heute steht.

Waschszene am Dorfbrunnen

1836 konnte Schönbrunn durch einen Erlass des König Ludwigs I. sein Wappen wieder in Siegel setzen.

Fast genau 100 Jahre nach dem Erwerb der Ödschaften wurde die "Genossenschaft der Gemeinderechtsbesitzer von Schönbrunn und Furthammer" gegründet. Im Dorf hieß sie allgemein "Korporation". Sie hatte 37 Mitglieder. Mit den alteingesessenen Kleinhäusern, 11 an der Zahl, einigte man sich, dass diese 11 Tagwerk in der Mühlloh unter sich aufteilten. Die Burgwiese wurde der Jugend als Tummelplatz vorbehalten. Einzelne Teile: Dorfweiher,

Dorfteich in Schönbrunn um 1925

Milchgruben, Anger und Feuerspritzenhaus blieben Eigentum der Korporation, die sie verpachtete.

1856 entstand der Lehrgarten für Obstbau. Er befand sich an dem Platz des alten Hirtgartens an der SW- Seite des alten Flachsdörrofens und hatte einen Flächeninhalt von etwa 2000 Quadratschuh. Das Schönbrunner Obst erfreute sic in der gesamten Umgegend eines guten Rufes und wurde gern von fremden Händlern aufgekauft.

Am 1. Oktober 1913 wird die Bahnlinie Wunsiedel- Schönbrunn- Tröstau- Leupoldsdorf eingeweiht. In den 20er Jahren wurde die erste Wassergenossenschaft gegründet und die erste Wasserleitung gelegt. Damals schlossen sich bis auf zwei an die neue Wasserleitung an.

Der erste Flugverein des Fichtelgebirges wurde 1930 in Schönbrunn gegründet. Sieben junge Schönbrunner waren die Gründerväter der Luftsport-Vereinigung. Max Bauer, Andreas Müller, Hans Preiß, Johann Schelter, Ludwig Schmidt, Hans Schörner und Christoph Zahn.

Das nach der Wiedergründung 1949 , 1952 in Schönbrunn gebaute doppelsitzige Segelflugzeug "Göppingen 4" ist das älteste, noch fliegende, doppelsitzige Segelflugzeug der Welt. Es befindet sich heute bei einem Oldtimer-Club in Münster und ist vom Land Nordrhein-Westfalen als "bewegliches Kulturgut" anerkannt und geschützt.

Am 20. November 1933 wurde das neue, modern eingerichtete Schulhaus eingeweiht, in dem auch das Gemeindeamt untergebracht war.

1960 begann die Feldflurbereinigung, die 1970 abgeschlossen war. Von 1963 bis 1966 wurde die Wasserversorgung grundlegend verbessert. 1966 wurde die Straße nach Hildenbach gebaut.

1975 wurde die Gemeinde Schönbrunn nach Wunsiedel eingemeindet. Sie zählte damals 702 Einwohner. 1981 wurde die Korporation aufgelöst. Die Grundstücke, die der Korporation gehörten, wurden der Stadt Wunsiedel übergeben. Die Dorferneuerung für die öffentlichen Grundstücke wurde 1991 abgeschlossen. Für private Maßnahmen lief sie noch einige Jahre länger.

Viel Interessantes aus der Geschichte Schönbrunns können im Buch "Schönbrunn im Fichtelgebirge - Geschichten und Bilder eines Dorfes" nachgelesen werden.