Der Dorfbrunnen von Schönbrunn

 

Der Brunnen wurde federführend durch den Ortspfarrer Florian Cloether (Heinrich Friedrich Florian Cloether, wurde 1795 als 10. Kind des Amtsverwalters Joh. Gottfr. Cloether in Schwarzenbach/Saale geboren. Seine älteren Geschwister hatten den jungen Jean Paul als Hauslehrer. Florian Cloether war der erste Pfarrer in Schönbrunn von 1827 – 1839. Er starb mit 88 Jahren) geplant und vom Gemeindevorstand Adam Neupert beim königlichen Landgericht am 11.06.1831 in  Wunsiedel beantragt. Das Staatsarchiv Bamberg datiert den Brunnenbau auf 1831. Grund des Neubaus war das Versiegen der Quelle des Schusterbrunnens, was auf Kellerbaumaßnahmen durch den Gastwirt Friedrich Zeitler aus der Gasthaus Roter Ochse (heute Gasthof Zur Burg) zurückzuführen war. Die alte Brunnenanlage hatte bereits Milchgruben und eine granitene Viehtränke. Die Wasserqualität war nicht die beste, da die Quelle flach auslief und durch Jauche, Wegwasser und den freien Zutritt von Gänsen und Enten stark verschmutzt war. Im Antrag Adam Neuperts stand: „ Es dürfte aber die jetzige Gelegenheit der Veränderung dieses Brunnens nicht vorbeizulassen sein, denselben zweckmäßig und, wie es der Name unseres Ortes erheischt, schön anzulegen.“ Dem Antrag war eine genaue Beschreibung mit allen Abmessungen beigelegt. Die Baukosten für die im Kreis um das große Becken angeordneten Milchgruben wurden von den späteren Nutzern getragen.

Schon im Antrag wies Cloether darauf hin, dass Laubbäume um den Brunnen herum „schön und zweckmäßig seien.“ Gastwirt Zeidler verpflichtete mit einem Vertag vom 26. Mai 1831 die Bergleute Georg Adam Bauer und Michael Hartung aus Goldkronach einen Stollen in den Berg zu treiben um eine neue Quelle zu erschließen.

 

Im Protokoll des Landrichters von Waechter mit den Schönbrunner Gemeindegliedern vom 17.06.1831 wurde der Bau des Brunnens juristisch geregelt. In § 5 wurde festgelegt: „Der neue Brunnen heißt, wenn er tüchtig hergestellt ist, der schöne Brunnen“. Neupert berichtete am 5.09.1831 über den Stand der Arbeiten. Am selben Tag beschwerte sich Cloether beim Landgericht über den Gemeindsmann Johann Stock und den Gemeindebevollmächtigten Adam Müller (neben Neupert Bauaufseher) die zusammen mit einigen anderes Schönbrunnern versuchten durch den Einbau einer Viehtränke die geplante Brunnenanlage zu entstellen. Das Landgericht gab Cloether Recht und ordnete an, keine Viehtränke ohne nähere Prüfung aufstellen zu lassen und den Bau zügig weiterzuführen.

 

Der Brunnen wurde letztendlich so gebaut wie er von Pfarrer Cloether geplant wurde. Cloether erteilte seit der Eröffnung der Gewerbeschule 1833 in Wunsiedel Unterricht in technischen Fächern. 1839 wurde er Professor an der Polytechnischen Zentralschule in München.

 

Ende der 50er Jahre wurde im Brunnen die Wäsche gefleit

 

Der Brunnen in Schönbrunn verfiel zunehmend, sodass von einem schönen Brunnen nicht mehr die Rede sein konnte.

 

Der Brunnen vor der Restaurierung in der Dorferneuerung

 

 In der Dorferneuerung Mitte der 80er Jahre wurde er wieder im alten Glanz hergestellt.

 

Der „Schöne Brunnen“ 2005

 

Heute ist der Brunnen wieder der Dorfmittelpunkt. Die Milchgruben werden heute als Fischkästen und im Sommer zum kühlen von Getränken genutzt. Im großen Becken spielen die Kinder im Sommer und wird von einigen als Kneipbecken genutzt.

 

Der von der Dorfgemeinschaft geschmückte Osterbrunnen 2006

 

Vorbereitungen zum Apfelpressen. Apfelwaschen durch die Kinder- und Jugendgruppe des Obst- und Gartenbauvereins Schönbrunn 1922 e.V.